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Digital in kleinem Haus


"Mockup des Stuhlbaumuseum Rabenau"

Wie viel Digitales ist für kleine Museen sinnvoll?

Digitale Guides und Apps für Museen eignen sich nicht nur für große Häuser, Landesmuseen und Stiftungen. Kleinere Einrichtungen, wie hier exemplarisch das Deutsche Stuhlbaumuseum in Rabenau bei Dresden, profitieren durchaus von den digitalen Möglichkeiten einer eigenen App.

Die Besuchenden finden einen Rundgang auf zwei Etagen, inhaltlich aufgestellt inmitten der Geschichte des Stuhlbaus mit allen seinen Gewerken und Fertigkeiten. Vom Design über die industrielle Produktion bis hin zur Fertigung per Hand. Hinzu kommt der Fokus auf den stadtgeschichtlichen Teil, der in der zweiten Etage als Heimatmuseum in chronologischer Ordnung wiedergegeben wird. Eine ständige Weiterentwicklung des digitalen Angebotes ist angedacht.

Die Exponate drehen sich, nomen est omen, um die Stuhlbautradition der Gegend, in der dieses Handwerk besonders ausgebildet war. Vom Drechsler, Tischler bis hin zum Korbflechter fanden etliche alte Berufe dort ihr Auskommen. Auch heute noch finden sich Polster- und Möbelhersteller vor Ort. Neben mehreren hundert Stühlen, die im Stuhlbaumuseum Rabenau zu besichtigen sind, bilden vor allem die erhaltenen Meisterwerkstätten die Highlights der Dauerausstellung. An Schautagen werden diese zur lebensechten Präsentation der Stuhlbaukunst genutzt.

Die App umfasst knapp vierzig Exponate und Themen. Eine Aufteilung erfolgt vor allem anhand der beiden Schwerpunkte Stuhlbaugeschichte und Geschichte der Stadt Rabenau. Auch Zeitzeugen kommen innerhalb des Guides zur Sprache und erzählen ihre Geschichte. Alle Stationen sind bebildert, etwa ein Drittel durch museumseigene Audios erweitert. Hinzu kommen Videos, die die reinen Textinformationen verstärken. Die App kann in den Stores für Android und iOS heruntergeladen werden. Leihgeräte gibt es aktuell noch nicht. Der Guide befindet sich seit Frühjahr diesen Jahres in der Testphase und wird Stück für Stück erweitert werden.

Die Inhalte wurden durch die Verantwortlichen des Hauses selbstständig mit Hilfe des KULDIG AppCreator eingebracht. Der KULDIG AppCreator ermöglicht es, ohne Programmierkenntnisse mobile Applikationen in Eigenregie zu erstellen, mit Inhalten zu versehen und langfristig selbstständig zu verwalten.

Es bedarf nicht in jedem Fall der umfangreichen Beauftragung einer spezialisierten Agentur für App-Entwicklung. Vielmehr bieten Systeme, wie der KULDIG AppCreator, gerade kleineren Einrichtungen und Häusern die Möglichkeit, unkompliziert und mit geringem Budget von den Vorzügen der Digitalisierung zu profitieren bzw. diese für sich nutzbar zu machen.